LadyDrivers

LadyDrivers - mal zum Schmunzeln…

© by LadyDrivers / SMVC 2016 VNr. 170314

Ein nicht ganz echtes Interview zur Garagierung von Oldtimern in

der Wohnstube…

Redaktion: Frau Präsidentin, besten Dank, dass wir mit Ihnen ein paar Fragen erörtern dürfen, zum aktuellen Thema: „Wie hält sich ein Fiat Multipla im Wohnzimmer“. Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen einen ausgewachsenen Fiat Multipla in Ihrem Wohnzimmer aufzunehmen? Präsidentin: Als wir eines Abends mit dem Multipla durch strömenden Regen nach Hause gefuhren, habe ich nochmals zurückgeschaut und die traurigen Augen liessen mir die ganze Nacht keine Ruhe. Wie soll das weitergehen, im Spätherbst und Winter, wenn Salz und Schnee an der Substanz zerren? Der Töppel im Schneepflug einfach den Multipla wegräumt? Da muss es eine Hammerlösung geben. Da das Wohnzimmer in dieser Zeit viele benutzt wird, neben TV und Cheminée, wäre diese ein idealer Stationierungsort. Immer schön kuschlig, das perfekte Autokino und man kann auch Sachen machen wie früher… hihi… Redaktion: Wie hat Ihr Umfeld auf den Vorschlag reagiert? Präsidentin: Also mein Herzallerliebster ist zum Glück Arzt und hat ein grosses Herz für meine Ideen. Mein kleiner Hund wollte zuerst nicht recht. Ehrlich, er fand es zum Kotzen (sorry für den Ausdruck) wie vielmals auf Ausfahrten. Erst als wir ihm erklärten, dass keine Ausfahrten im Wohnzimmer stattfinden und ein Pneu als Baumersatz es richten kann, wedelte er ungestüm mit dem Schwanz. Die Mitbewohnerin Christa hat auch ein grosses Herz hihi… Redaktion: Mit wie viel Vorlaufzeit muss bei einem solchen Projekt gerechnet werden. Präsidentin: Eigentlich geht das ruck zuck, zack,zack. Klar der Architekt musste die planerischen Details abklären, der Ingenieur die erforderliche Bodenbelastung berechnen und die diversen Bewilligungen vom Bauamt, Feuerwehr, Astra in Bern usw. haben wir einfach weggelassen hihi… Redaktion: Mit welchem finanziellen Aufwand haben Sie gerechnet? Präsidentin: Lassen Sie mich kurz zusammenrechnen: Die Zügeltruppe bestehend aus 1 Arzt, 2 Frau, 1 Beobachterin, 1 Mann, 1 Hund, Zvierie-pause, Nachtessen, ausgiebigen Barbesuch, komplette Multipla-Aufrichtungsparty, Morgenessen und Verabschiedung – ja da kommt was zusammen. Redaktion: Wie haben sich die Besucher geäussert zum Multipla in der Stube? Präsidentin: OK-der Multipla ist ja ein echtes Raumwunder mit 6 Sitzplätzen, doch beim Versuch das Nachtessen zu Sechst im Multipla zu kredenzen - dass war dann doch etwas zu intim. Auch die Busse aus Interlaken und Luzern mit den haufenweise Touristen wurden für die Logistik ein Problem. Also nicht nachmachen. Redaktion: Ein Multipla als Wohnaccessoire könnte auch für Ikea, Pfister usw. von Interesse sein? Präsidentin: Trotz Innovation in der Wohnungseinrichtung, haben die grossen Möbelhäuser den Trend verpasst. Schade eigentlich. Eine hammermässige Idee wie ich meine. Redaktion: Zu etwas ganz Speziellem. Der Multipla hat ja diverse Flüssigkeiten in sich. Ausser dem Kühlwassser haha… Wie kann man sich gegen solche „Verlustgeschäfte“ wappnen? Präsidentin: Dazu gibt’s eine einfache Lösung. Unser Boden ist mit schweren Perserteppichen ausgelegt. Einzelne Tropfen werden da aufgesogen. Und sollte es trotzdem zu einem spontanen Wasserlassen oder sonstwas kommen, liegen aktuelle Pampers griffbereit im Kofferraum. Wobei ich erwähnen möchte, dass unser Multipla aus gutem Hause stammt und weiss was sich gehört. Redaktion: Wie wir feststellen konnten, hat Ihr Multipla bereits einen Strafzettel der Berner Polizei unter der Windschutzscheibe? Präsidentin: Ja, das ist ein lustige Geschichte. Wir hatten Besuch und stellten fest, dass eine Dame sich sehr auf den Multipla konzentriert, nervöser wird und irgendwann hing dieser Strafzettel an der Windschutzscheibe. Erst im Nachhinein haben wir festgestellt, dass es sich um eine ehemalige Politesse handelte und Sie bei diesem Anblick von solchen Ordnungswidrigkeiten übermannt wurde. So zum Beispiel, parkieren ausserhalb der Markierung, Behinderung der Fussgänger allgemein. Keine explizite Parktafel und wo sollen alle die Muttis mit den Kindewagen kreuzen und sowieso, es fehlt der Velostreifen. Da muss sich Frau schon überlegen, wen Sie einlädt. Redaktion: Ihr Fazit nach fast 4 Monaten mit einem Multipla im Wohnzimmer? Präsidentin: Also durchaus empfehlenswert! Wobei ich gerne etwas mehr den Anlasserknopf gedrückt hätte. Aber mein persönlicher Arzt und Herzbueb kämpft bereits intensiv gegen meine Pafferei und da kommen CO2-Schwaden im Wohnzimmer eher ungelegen. Ansonsten halten sich die Kosten im Rahmen, die Exklusivität ist grandios und durch den Verkauf von Glühwein an die Touristen bewegt sich das Budget im angenehmen Rahmen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass sich die Herausforderungen bei der Wohnzimmergaragierung von grossen Fahrzeugen exorbitant erhöhen. Redaktion: Ende März lassen Sie den Multipla wieder in die freie Wildbahn. Alles schon bereit? Präsidentin: Das wird nochmals eine riesen Auswilderungsparty geben. Unsern Hund trainieren wir bereits, damit er sich wieder als Zugpferd bewähren kann. Da wir ca. 20m durch unseren Garten fahren müssen,  haben wir die Grünen und Grünen Liberalen, der WWF, Amnesty-International und weiter interessierte Kreise explizit nicht eingeladen. Wir wollen ja keine Aktivisten die sich mit lustigen Plakaten halsbrecherisch vom Dach herunter entblättern. Redaktion: Frau Präsidentin, dieser exklusive Versuch Fahrzeuge, speziell Oldtimer den ihnen gebührenden Respekt entgegenzubringen hat uns tief beeindruckt. Ein letzter Satz? Präsidentin: Ja - ein Appell an die LadyDrivers. Folgt diesem Beispiel und gebt euren Fahrzeugen die entsprechend Unterkunft. Nur sollte das Fahrzeug Ihnen gehören, denn sonst ist die nächste Frage Ihres Herzbuben: „Schatzi, kann ich den 8-Zylinder für die kleine Revision auf den Küchentisch stellen?“ – Frau kennt das ja…. Redaktion: Gibt es nächstes Jahr etwas ähnliches? Präsidentin: Klar doch, dann werde wir uns mit der Unterbringung unseres Bentley’s beschäftigen. Wir wollen uns noch steigern. Dazu haben wir jedoch noch etwas Zeit. Redaktion: Besten Dank für das Interview. Anmerkung der Redaktion: Der Redaktion sind die Schreiberlingen diese fiktiven Interviews bekannt. Zur Beruhigung allerr Fiat Multipla Fans, der Multipla wird in den nächsten Tagen ausgewildert,